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 Das Erleben des Automatenspiels


Herr M., 28 Jahre

»Aufregend wie ’ne Achterbahnfahrt. (…) Spannend ist es, aufregend ist es, nervenaufreibend. Ja, wenn man mit ’ner Achterbahn fährt, dieses Looping zum Beispiel, wenn man das überstanden hat, so’n Gefühl ist das. Ich hab’s geschafft, ’n Erfolgsgefühl.«
 
 
Herr L., 20 Jahre

»(…) Also bei den Automaten hat es ja sehr viel mit Geschicklichkeit zu tun, fand ich immer. Also das war so’ne Herausforderung, die Geschicklichkeit eben, dieses Scheißding zu bezwingen, dass man von 40 Pfennig an, die der Automat dann eben einspielt, dass man trotzdem 100 Spiele kriegen kann. (…) Das Wichtigste war eigentlich das Hochdrücken nachher. (…) Das war spannend, das war aufregend, da ist man wirklich aufgeregt manchmal, vor allem, wenn man auf der 50 stand oder so, und man wusste, jetzt wechselt der Takt, jetzt musst du den Takt mitkriegen, und dann gezögert hat. Viermal ging’s weg, einmal hat man’s geschafft, (…) ’n Triumph war das natürlich! Peng, klack, die anderen drehen sich um, oh, guck’ mal, er hat schon wieder hochgedrückt, oder so. Da stand man dann irgendwie so da, das war super. Selbst wenn Geld rauskam, auf den Automaten habe ich gar nicht mehr geachtet, weil ich mich dann wieder mit anderen [Automaten] beschäftigt habe. Also da war es wirklich Geschicklichkeit und eben, weil andere zu  ckten; das waren Bananen, die immer nur auf 2 oder 5 Spiele drückten.«
 
 
Herr M., 24 Jahre

»Auf der anderen Seite die gewisse Ruhe, die ich da hatte, dieses Abschalten. Von zu Haus’ hab’ ich ja immer gehört: Nun beweis mal, dass du was kannst. So, und da an den Apparaten, ja, wenn ich nach oben gedrückt hab’, hab’ ich ja bewiesen, dass ich was kann. Obwohl ich ja auch vorher ‘n Haufen Niederlagen eingesteckt hab’, vielleicht 10- oder 15-mal weggedrückt hab’. Insgesamt, wenn ’ne kleine Serie mit allem Drum und Dran kam, hab’ ich mir dann doch eben selber bewiesen, so, du kannst ja doch was, du bist doch kein Versager, so wie von den anderen behauptet wird. Das ist so eigentlich eben der Hauptgrund, dass ich mir selber was beweisen wollte.« 
 
 
Herr W., 22 Jahre

»Das Spielen bringt mich von allen Gedanken ab. Wenn ich in ’ner Spielhalle sitz’, denk’ ich an gar nichts. Dann denk’ ich nur ans Spielen, und alles andere ist in weiter Ferne, jedes Problem, jede Sorge ist weg. (…) Man fühlt sich geborgen, (…) also in der Spielhalle. (…) Die Angst vorm Gefängnis und die Angst vorm Erwischtwerden und die Angst vor der Polizei und so, die ist in der Spielhalle nicht. Da sind alleine die Kästen, da ist die Aufsicht, und also diese ganzen Probleme, die von außen kommen, sobald die Tür zu ist, sind die Probleme weg. Und wenn du da 2, 3 Stunden in der Daddelkoje sitzt, du vergisst ja auch alles um dich herum. Da kann draußen die Sonne scheinen, es kann regnen, das interessiert ja nicht. Du bist ja nur am Spielen, draußen kann sonstwas passieren.«
 
 
Herr S., 34 Jahre

»Also, ich leb’ dann in einer ganz anderen Welt in dem Moment. Ich selber bin ich in dem Moment, glaub’ ich, gar nicht mehr. Also, dann kann ruhig einer mit mir sprechen, das ist wie Durchzug. Dann kann auch einer zu mir sagen, du hast ’ne Frau und hast Kinder oder so. Das ist schlimm, es wird gezockt, bis nichts mehr da ist.«




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