Juni 4th, 2010 Entzugserscheinungen
Herr S., 23 Jahre
»Wenn ich da gesessen hab’ und Fernsehen geguckt hab’ oder Musik gehört hab’, irgendwie bin ich unruhig gewesen. Ich konnte nicht lange auf dem Stuhl sitzen, still sitzen, bin aufgestanden, in der Wohnung rumgelaufen, hab’ sauber gemacht, irgendwie versucht, mich abzulenken. Wenn das nicht geholfen hat, bin ich raus, mit ’nem Walkman auf’m Kopf und bin an den Strand gegangen. Das hat aber alles nichts genützt. Ich fühlte mich unruhig. Also irgendwie, als wenn ich nicht wusste wohin. Ich war einfach nicht zufrieden gewesen mit dem, was im Moment geschehen ist. Lang weile, na, was machste nun, was machste nun. Ja, eigentlich- könnteste ja mal nach Kiel fahren. Also das ist eine innere Unruhe in dem Moment. ’Ne Unzufriedenheit. Wenn sie [Freundin] dann da war, bin ich gereizt gewesen und bin immer gleich auf jedes Wort angesprungen, hab’ sie angeschrien, all sowas. Das ist manchmal so ausgeartet, dass ich sie aus der Wohnung geworfen hab’ und all so ’ne Scherze. Ich bin in dem Moment unberechenbar. Ich kann Mens en dann so verletzen, auch wenn ich das gar nicht will. Das tut mir 5 Minuten später wieder leid. Aber in dem Moment, da dreh’ ich durch. Ich kann da keinen klaren Gedanken mehr fassen.« [Nachdem er dann gespielt hatte:] »Dann bin ich losgezogen und hab’ versucht, noch schnell [Zigaretten-]Stangen zu klauen und dann spielen. (…) Wenn ich gespielt hab’, war das alles wieder weg. Dann fühlte ich mich eigentlich mit mir und meiner Umwelt wieder zufrieden. Auch wenn ich abends nach Hause kam, habe ich mich entschuldigt bei meiner Lütten.«
